Die Aṣṭāṅga-Yogaschule unterrichtet klassichen Aṣṭāṅga-Yoga nach der Tradition von Yogi Paramapadma Dhirananda. Von 1986 bis 2011 bildete Dhiranandaji Schülerinnen und Schüler zu Yoga-Lehrern des klassischen Yoga aus (Aṣṭāṅga-Yoga nach den Yogasutren von Rishi Patañjali). Von 1977 bis 2011 unterrichtete Dhiranandaji die Kriyā-Yoga Technik in Deutschland.

Was ist Kriyā-Yoga?

yogi_dhiranandaji"Kriyā-Yoga ist eine Methode, welche die körperliche, geistige und spirituelle Entwicklung gleichermaßen fördert. Das Wort kri bedeutet ›Tun‹, und das Wort ya bedeutet ›Seele‹. Ohne die Seele funktioniert der Körper nicht, auf der anderen Seite kann auch die Seele ohne den Körper nicht arbeiten. Körper, Geist und Seele sind untrennbar und voneinander abhängig." (Yogamrita - Die Essenz des Yoga, Yogi Paramapadma Dhirananda, Kriya-Verlag, 2004)

Kriyā-Yoga ist eine uralte Methode und wurde bereits in den Yogasturen von Patanjali erwähnt. Sie wurde lange Zeit geheim gehalten, bis 1861 Mahavatar Babaji seinem Schüler Lahiri Mahasaya den Auftrag gab, Kriyā-Yoga allen interessierten Menschen zugänglich zu machen. 1920 brachte Paramahansa Yogananda die Botschaft des Kriyā-Yoga in den Westen. In seinem berühmten Buch "Autobiographie eines Yogi" beschreibt er den Kriyā-Yoga anschaulich und lebendig. Diese Schrift von Paramahansa Yogananda zeigt auf, wie hilfreich und nützlich dieser Weg gerade auch für uns Menschen der modernen westlichen Welt ist.

Um Kriyā-Yoga praktizieren zu können, muss die Kriyā-Yoga Technik von einem erfahrenen Lehrer, der bereits den Weg von Yoga gegangen ist, gelernt werden. Tatsache ist, dass wir immer die Hilfe eines erfahrenen Menschen aufsuchen sollten, wenn wir ein neues Gebiet erschließen wollen. Die Schüler-Lehrer Beziehung ist essentiel für die Entwicklung auf dem Weg von Kriyā-Yoga. Seit 1977 unterrichtet Yogi Paramapadma Dhiranandaji die Kriyā-Yoga Technik in Deutschland.

1959 wurde Yogi Paramapadma Dhiranandaji von Swami Hariharanandaji im Puri Ashram in die ursprüngliche Technik des Kriyā-Yoga nach der Lehre von Babaji und seinen traditionellen Nachfolgern (Lahiry Mahasaya, Sri Yukteswar und Paramahansa Yoganandaji) eingeweiht. Unter der Führung seines Lehrers Swami Hariharanandaji und durch Gottes Gnade konnte er schnell die höheren Kriyā-Stufen vollenden.

1977 erhielt Yogi Paramapadma Dhiranandaji den Auftrag, als authorisierter Lehrer den Kriyā-Yoga im Westen zu lehren. Seit über 30 Jahren leitet er regelmässig verschiedene Kriyā-Yoga-Seminare in Deutschland, Österreich und der Schweiz, und von 1977 - 81 auch Seminare in Holland, Belgien, England, Schweden, Finnland, Curacao (Niederlandische Antillen) und in Süd- und Nordamerika. 1982 erreichte er den Zustand des Nirvikalpa-Samadhi, das Ziel des Yoga-Weges.

Von 1986 bis 2011 bildete er Schülerinnen und Schüler zu Yoga-Lehrern des klassischen Yoga (Aṣṭāṅga-Yoga) aus.

Am 1 April 2011 hat Dhiranandaji seinen Körper verlassen.

Informationen über Yogi Paramapadma Dhiranandaji und Kriyā-Yoga finden Sie auf www.kriya-yoga.net.

 

 

Aṣṭāńga-Yoga ist der achtstufige Weg des Yoga beschrieben von Rishi Patañjali in den Yogasutren.

Der Zustand und der Weg von Yoga wurden zum ersten Mal schriftlich von Rishi Patañjali vor etwa 2000 Jahren zusammengefaßt. In den Sutren (Versen) gliedert Patañjali den Weg des Yoga in acht aufeinander aufbauenden Stufen:

 

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1. Yama ist die erste Stufe des Aṣṭāṅga-Yoga. Rishi Patañjali schreibt im 30. Yogasūtra:

tatra ahiṁsā satya asteya brahmacarya aparigrahā yamāḥ |

Dies bedeutet übersetzt aus Sanskrit: yama (Kontrolle) besteht aus ahiṁsā (Gewaltlosigkeit), satya (Wahrhaftigkeit), asteya (Nicht-Stehlen), brahmacarya (Enthaltsamkeit) und aparigrahā (Nichtannahme von luxuriösen Dingen).1

 

2. Niyama ist die zweite Stufe des Aṣṭāṅga-Yoga. Rishi Patañjali schreibt im 32. Yogasūtra:

śauca saṁtoṣa tapaḥ svādhyāya īśvara praṇidhānāni niyamāḥ |

Dies bedeutet: niyama (Disziplin) besteht aus śauca (Reinheit), saṁtoṣa (Zufriedenheit), tapaḥ (Selbstdisziplin, Mäßigung und Genügsamkeit), svādhyāya (Selbststudium, Studium der Schriften und der Physiologie), īśvara praṇidhānāni (Glaube, Liebe und Hingabe).2

Zusammen bilden Yama und Niyama das Fundament des Yoga-Weges. Sie sind nicht so klar definiert wie die asanas (körperliche Stellungen) und müssen vielmehr auf täglicher Basis gelebt werden. Ein starkes Fundament gibt Erfolg in den darauf aufbauenden Stufen.

 

3. Āsana ist die dritte Stufe des Aṣṭāṅga-Yoga. Rishi Patañjali schreibt im 46. Yogasūtra:

sthira sukham āsanam |

Dies bedeutet: die Übungen und Positionen (āsanas) sind  mühelos  bequem und angenehm (sukham)und machen uns beständig und stabil (sthira).3

Die körperlichen Stellungen sind entstanden durch Beobachten der Tiere. Die alten Yogis haben festestellt, dass jedes Tier bei einer bestimmten Situation intuitiv eine Stellung annimmt und dadurch sich vor dem äußeren Einfluss schützt. Deshalb sind die meisten Stellungen nach Tieren benannt worden, etwa Bhujaṁgāsana (Kobra), Kūrmāsana (Schildkrötte), Uṣṭrāsana (Kamelstellung), Kumbhīrāsana (Krokodilstellung) usw. Es gibt so viele Stellungen wie Tierarten - insgesamt 84 lakh (ein lakh ist 100.000). Sie werden auf 84 grundlegenden Übungen reduziert.

 

4. Prāṇāyāma ist die vierte Stufe des Aṣṭāṅga-Yoga. Rishi Patañjali schreibt im 49. Yogasūtra:

tasmin sati śvāsa-praśvāsayor gati-vicchedaḥ prāṇāyāmaḥ |

Dies bedeutet: wenn man darin (den āsanas) gefestigtisterfolgt prāṇāyāmaḥ. Dies ist die Kontrolle des Atems durch die Unterbrechung der Ein- und Ausatmung. Nachdem man die āsanas gut trainiert hat, beginnt die Kontrolle über prāṇā (die Lebensenergie).4

 

5. Pratyāhāra ist die fünfte Stufe des Aṣṭāṅga-Yoga. Rishi Patañjali schreibt im 54.Yogasūtra (Teil 2):

sva viṣaya-asaṁprayoge cittasya svarūpa-anukāra iva indriyāṇām pratyāhāraḥ |

Dies bedeutet: Pratyāhāra ist die Technik oder der Weg, durch den die Sinne mit ihren eigenen Objekten nicht mehr in Berührung kommen und in den Geiststoff zurückgezogen werden.5

 

6. Dhāraṇā ist die sechste Stufe des Aṣṭāṅga-Yoga. Rishi Patañjali schreibt im 1.Yogasūtra (Teil 3):

deśa-bandhaś cittasya dhāraṇā | 

Dies bedeutet: Dhāraṇā (Konzentration) ist das Fixieren (bandhaś) des Geiststoffes (citta) auf eine Stelle (deśa).6

 

7. Dhyāna ist die siebte Stufe des Aṣṭāṅga-Yoga. Rishi Patañjali schreibt im 2.Yogasūtra (Teil 3):

tatra pratyaya-ekatānatā dhyānam |

Dies bedeutet: Im Zustand von dhyāna (Meditation) ist die Wahrnehmung (pratyaya) ununterbrochen (ekatānatā) auf einen Ort (tatra) gerichtet.7

 

8. Samādhi ist die achte und letzte Stufe des Aṣṭāṅga-Yoga. Rishi Patañjali schreibt im 3.Yogasūtra (Teil 3):

tad eva arthamātra-nirbhāsaṁ svarūpa-śūnyam iva samādhiḥ |

Dies bedeutet: samādhi (Trance des Erkennens) wird die Meditation genannt, bei der im Bewusstsein nur der Gegenstand der Meditation besteht und das Bewusstsein seiner eigenen Form (svarūpa) entleert zu sein scheint.8

 


1,2,3,4,5,6,7,8 Yogamrita - die Essenz des Yoga, Yogi Paramapadma Dhirananda, Kriya-Verlag, 2004

Yoga ist ein Zustand. Der Zustand von Einheit zwischen Körper, Geist und Seele. Jeder Mensch ist mit Yoga geboren, kann aber aufgrund der eigenen Unwissenheit diesen Zustand nicht bewußt erfahren. Yoga war bereits vor Tausenden von Jahren den Rishis (Rishi - ein Mensch mit richtigem Wissen) bekannt und wurde als Wissen von Lehrer zu Schüler weitergegeben. Vor etwa 2000 Jahren wurde Yoga auch schriftlich zusammengefasst - in den Yogasutren von Rishi Patañjali. Im zweiten Yogasutrā schreibt er:

yogaś citta-vṛtti nirodhaḥ |

Die Bedeutung von diesem Sutra kann man wie folgt zusammenfassen: Wenn jemand Yoga erreicht, werden alle Geistes- und Gemütszustände versiegelt und lösen sich in der Seele auf. ¹

Aus diesem Sloka (Vers) wird ersichtlich, dass Yoga ein Zustand ist. Deshalb kann ihn jeder Mensch erreichen. Was jedoch die meisten Menschen daran hindert, dies zu tun, sind die eigene Unwissenheit und Faulheit. Dies sind die größten Feinde des Menschen, denn sie binden uns an unsere schlechten Gewohnheiten und mindern unsere Unterscheidungskraft.

Regelmäßige Hatha-Yoga Praxis hilft uns, unseren Körper gesund zu erhalten und innere Ruhe zu finden. Die āsanas (körperliche Stellungen) regen gleichzeitig die körperliche und die geistige Entwicklung an. Sie stärken die Willenskraft und helfen negative Gedanken zu überwinden. Die Wurzel der meisten körperlichen Krankheiten befinden sich in unserem Geist. Durch das Üben von āsanas ist es möglich, die Wurzel dieser Krankheiten  von innen her auszureißen.

Im Yoga glaubt man nicht daran, dass die Entwicklung von Muskeln das Zeichen für eine gute Gesundheit ist. Wenn alle Systeme und Organe des Körpers perfekt und harmonisch miteinander arbeiten, wenn geistige Ausgewogenheit und Zufriedenheit vorhanden sind, nur dann erfreut man sich einer guten Gesundheit und wird frei von Krankheiten.²

 


1,2 (Yogamrita - Die Essenz des Yoga, Yogi Paramapadma Dhirananda, Kriya-Verlag, 2004)